Pflegekrise: Wirtschaftliche Konsequenzen durch fehlende Pflegeplätze
Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) warnt vor weitreichenden wirtschaftlichen Folgen, sollte die Pflegekrise in Deutschland nicht umgehend behoben werden. Laut Maik Wolff, Vorstandsmitglied des bpa in Mecklenburg-Vorpommern, führt die mangelnde Verfügbarkeit von Pflegeplätzen und Pflegediensten dazu, dass Angehörige die Pflege übernehmen müssen. Dies wiederum hat negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, da Pflegende ihren Beruf nicht ausüben können.
Personalknappheit in Pflegeheimen und Pflegediensten
In Mecklenburg-Vorpommern und anderen Bundesländern weisen Heime und Pflegedienste vermehrt Pflegebedürftige ab, da es an qualifiziertem Personal mangelt. Wolff fordert eine bessere Finanzierung der Pflege sowie verstärkte Bemühungen, in- und ausländisches Fachpersonal zu gewinnen.
Hohe Eigenanteile für Pflegebedürftige
Ein weiteres Problem stellen die hohen und stetig steigenden Eigenanteile dar, die Pflegebedürftige für einen Heimplatz aufbringen müssen. Wolff kritisiert, dass das Thema Pflege in der Bundespolitik nicht ausreichend beachtet werde.
Rückkehr zur eigenständigen Altenpflegeausbildung gefordert
Der bpa plädiert für eine Rückkehr zur eigenständigen Altenpflegeausbildung. Die 2020 eingeführte Ausbildung zur Pflegefachperson, die die vorherigen Ausbildungen zum Kinderkrankenpfleger, Krankenpfleger und Altenpfleger zusammenführt, hat sich nach Ansicht des Verbandes nicht bewährt. Die Abbrecherquote von 50 % sei viel zu hoch.
Auswirkungen auf die Wirtschaft
Die Pflegekrise hat weitreichende Auswirkungen auf die Wirtschaft. Die fehlende Verfügbarkeit von Pflegeplätzen und Pflegediensten führt zu einer Verknappung von Arbeitskräften in anderen Branchen. Pflegende Angehörige können ihre beruflichen Pflichten nicht wahrnehmen, was zu Produktivitätsverlusten und Engpässen führt.
Wirtschaftliche Kosten der Pflegekrise
Die wirtschaftlichen Kosten der Pflegekrise sind erheblich. Laut einer Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) entstehen der deutschen Volkswirtschaft dadurch jährlich Kosten in Höhe von bis zu 30 Milliarden Euro. Diese Kosten ergeben sich aus:
- Produktivitätsverlusten aufgrund von Fehlzeiten und Ausfällen
- Höheren Ausgaben für Langzeitpflege
- Geringeren Steuereinnahmen
- Sozialen Folgekosten
Forderungen des bpa
Um die Pflegekrise zu bewältigen, fordert der bpa:
- Eine bessere Finanzierung der Pflege
- Mehr Bemühungen um in- und ausländisches Personal
- Rückkehr zur eigenständigen Altenpflegeausbildung
- Eine stärkere Berücksichtigung des Themas Pflege in der Bundespolitik
Fazit
Die Pflegekrise in Deutschland stellt eine ernste Bedrohung für die Wirtschaft und die Gesellschaft dar. Die mangelnde Verfügbarkeit von Pflegeplätzen und Pflegediensten, die hohen Eigenanteile für Pflegebedürftige und die hohe Abbrecherquote in der Pflegefachpersonenausbildung verschärfen die Lage. Es ist dringend erforderlich, dass die Politik die Pflegekrise als Priorität erkennt und Maßnahmen ergreift, um die Versorgung von Pflegebedürftigen sicherzustellen und die Folgen für die Wirtschaft abzumildern.